Als ich mit Self-Publishing begann, habe ich mich „etwas“ zum Thema Steuern eingelesen, aber hatte trotzdem nicht so wirklich Ahnung, was ich da mache. Später musste ich dann zum Steuerberater gehen, da ich einen relativ teuren Fehler gemacht habe: Ich habe die Kleinunternehmerregelung gewählt. Hierbei geht es hauptsächlich um die Umsatzsteuer.

Deshalb will ich in diesem Beitrag die üblichen Fälle der Umsatzsteuer für Self-Publisher bzw. im „eBook Business“ besprechen.

Und natürlich gilt: Ich bin kein Steuerberater und kann deshalb auch nicht dafür garantieren, dass die Informationen richtig sind. Bevor du steuerlich handelst, solltest du deshalb unbedingt einen Steuerberater konsultieren.

Verkauf

Fall 1: Du erhältst deine Tantiemen von KDP

Wenn du deine Bücher mit KDP veröffentlichst, verkaufst du im Endeffekt die Verkaufsrechte deiner Bücher an Amazon. Amazon KDP zahlt dir dann deine eBook und Taschenbuch Tantiemen monatlich aus.

Weil Amazon in Luxemburg sitzt, greift hier das Reverse-Charge-Verfahren.

Die Steuerschuld für die Umsatzsteuer liegt also beim Leistungsempfänger, was in dem Fall natürlich Amazon ist, da sie die Leistung (deine Bücher) empfangen.

Deshalb muss Amazon auch die Umsatzsteuer abführen und du erhältst deine Tantiemen netto. Du brauchst also nichts weiter machen, außer eventuell eine Pro Forma Rechnung für deine Unterlagen ausstellen (die du aber nicht abschickst). Wie das funktioniert, erfährst du in meinem Kurs.

Fall 2: Du verkaufst deine Bücher auf einer Webseite

Ein wahrscheinlich weniger verbreiteter Fall, aber trotzdem gut zu wissen:

Du verkaufst deine Bücher über deine Webseite und verschickst sie dann auch (in dem Fall brauchst du übrigens auf jeden Fall ein Gewerbe).

In diesem Fall musst du deinen Kunden natürlich Rechnungen mit Umsatzsteuer ausstellen.

Solltest du (aus welchem Grund auch immer) NUR über deine Webseite verkaufen, würde hier die Kleinunternehmerregelung Sinn machen. Warum zeige ich dir jetzt:

Mit Kleinunternehmerregelung:

Dein eBook kostet 7,99€. Mit Kleinunternehmerregelung würdest du 7,99€ bekommen und du wärst im Endeffekt fertig.

Die 7,99€ müsstest du einfach als Einnahmen buchen mit 0% Umsatzsteuer.

Ohne Kleinunternehmerregelung:

Dein eBook kostet 7,99€. Auch hier bekommst du nun 7,99€ von deinem Kunden.

Da du aber keine Kleinunternehmerregelung gewählt hast, musst du von diesen 7,99€ einen Prozentsatz Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen. In diesem Fall wären das 7%, also 0,56€.

Deine Nettoeinnahmen sind also geringer, da einen Teil das Finanzamt bekommt.

Einkauf

Fall 1: Du schaltest Werbung mit Amazon Advertising für deine Bücher

Erst im Einkauf sehen wir, warum die Kleinunternehmerregelung bei Amazon KDP keinen Sinn macht und nur Geld kostet.

Nehmen wir an, du schaltest für 500€ (netto) Werbung mit Amazon Advertising für deine Bücher.

Amazon Advertising sitzt in München. Wenn du eine Rechnung von Amazon Advertising erhältst, werden auf die 500€ nochmal 19% Umsatzsteuer addiert und du müsstest insgesamt 595€ bezahlen.

Ohne Kleinunternehmerregelung ist das kein Problem, da du die 95€ mit der Umsatzsteuervoranmeldung vom Finanzamt zurückbekommst.

Mit Kleinunternehmerregelung ist das allerdings nicht so. Du würdest 595€ bezahlen und erhältst nichts zurück. Mit der Kleinunternehmerregelung musst du keine Umsatzsteuer ans Finanzamt zahlen, du erhältst aber auch nichts zurück.

Fall 2: Du kaufst ein Cover im Ausland ein

Auch wenn du im Ausland einkaufst, macht die Kleinunternehmerregelung für KDP keinen Sinn.

Sagen wir, du lässt dir ein Cover für 30€ erstellen und die Firma sitzt in Frankreich. Du zahlst 30€ und es gilt das Reverse-Charge-Verfahren.

Hier bist du der Leistungsempfänger und musst somit theoretisch die Umsatzsteuer an dein Finanzamt abführen.

Ohne Kleinunternehmerregelung zahlst du 30€. Nun musst du theoretisch 19%, also 5,70€, ans Finanzamt abführen. Praktisch wirst du das aber nicht machen, da du ja Regelbesteuerung gewählt hast und somit die gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückerhältst.

Du zahlst also 5,70€ ans Finanzamt, aber bekommst sie im gleichen Moment erstattet.

Mit Kleinunternehmerregelung zahlst du 30€ und musst trotzdem 19% Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen, da es sich hier um sonstige Leistungen handelt. Der Unterschied ist, dass du sie nicht zurückerhältst.

Fazit

Die Kleinunternehmerregelung macht wirklich nur in wenigen Fällen Sinn, wenn du mit Amazon KDP deine Bücher veröffentlichen willst.

Wenn du z.B. viele weitere Einnahmen aus Deutschland erhältst, dann könnte es Sinn machen, sich für die Kleinunternehmerregelung zu entscheiden. Ansonsten halte ich es für sinnlos.

Die Kleinunternehmerregelung hört sich immer nach einer „riesigen Entlastung“ an, was sie aber in unserem Fall nicht. In unserem Fall kostet sie uns 19% unserer Ausgaben, die wir mit Regelbesteuerung vom Finanzamt zurückerhalten würden.

Der einzige Unterschied liegt eben bei der Umsatzsteuer und dem damit verbundenen „Aufwand“, welcher mit einem Buchhaltungsprogramm wie lexoffice aber minimiert werden kann. Lies dir auf jeden Fall meinen Erfahrungsbericht zu lexoffice durch, wenn du deine Buchhaltung vereinfachen möchtest.

Ich hatte ehrlich gesagt mit Kleinunternehmerregelung mehr Aufwand, als ohne.

Wenn du weitere Hilfe brauchst, schreib mir eine Email oder schau in meinem Kurs oder Coaching vorbei.

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